Browserkrieg -
Es schien schon fast das Ende von alternativen Browsern gekommen zu sein,
Netscape drohte in der Versenkung zu verschwinden. Der
Internet Explorer, wohl nicht zu Unrecht auch Bill's Baby genannt, eroberte den Markt im Sturm. Und das obwohl
Netscape seine Produktpalette nicht anstauben lies und ständig seinen Communicator weiterentwickelte. Doch durch die fixe Integration in Windows 95 drohten die Lichter in der Zentrale vom ehemaligen Marktführer in den kommenden Jahren endgültig auszugehen. Die Gerichte in Amerika mussten sich in den letzten Jahren mit zahlreichen Klagen von beiden Seiten,
Microsoft und
AOL, der neue Eigentümer von
Netscape, herumschlagen. Diese haben nun ein Ende,
Microsoft zahlt an
AOL 750 Millionen Dollar, die der angeschlagene Medienkonzern dringend benötigt um seine 26 Milliarden Dollar Schulden zu tilgen. Darum kommen nun neue Ängste um das Ende von
Netscape auf. Durch diese außergerichtliche Einigung erwirbt
AOL auch die Nutzungsrechte der
Microsoft Technologie. Nun könnte
AOL zwei Fliegen mit einer Klatsche erschlagen: Zum einen den
Netscape Browser, welcher kaum mehr Anwender verbucht und zum zweiten könnt der Schuldenberg gleich gewaltig verkleinert werden. Durch das ehrgeizige
Mozilla.org Projekt, welches zum Ziel einen möglichst anwenderfreundlichen Browser hat, wurde der Name
Netscape in den Hintergrund gedrängt. Die hohe Qualität von
Mozilla haben die Strategen von
AOL dazu veranlasst, die Entwicklung an einem eigenständigen
Netscape Browser einzustellen und sich voll und ganz nur mehr auf das
Mozilla Projekt zu konzentrieren. Neue
AOL Produkte wie das Mailprogramm
AOL Communicator basieren wie der
Netscape Browser auf der
Mozilla Technik.
Aber auch in Redmond gibt es Neues zu verkünden: Die Weiterentwicklung des
Internet Explorers als vom Betriebssystem getrenntes Programm wird eingestellt, ab der nächsten Version wird er wieder voll und ganz in Windows verankert werden. Da helfen auch diverse Gerichtsgutachten nichts mehr, durch die quasi Aufgabe von
AOL und einer geradezu mickrigen Schadensersatzzahlung von 750 Millionen Dollar erwacht beim weltweit größten Softwarehersteller wieder die alte Philosophie voll von verstrickten Betriebssystemen. Doch
Microsoft läuft Gefahr in ein ähnliches Loch wie damals
Netscape zu fallen. Der
Internet Explorer wurde in der letzten Zeit nicht weiterentwickelt, schon zur Veröffentlichung der letzten Version suchte man vergeblich nach grundlegenden Änderungen. Und gerade das nutzt
Mozilla um immer mehr Bekanntheit und Marktanteile zu gewinnen. Die Community rund um das Projekt ist ständig am Austüfteln von neuen Features, die letzte Version von
Mozilla welche als komplette Browsersuite vertrieben werden wird ist dem
Internet Explorer bei weitem überlegen. Schnelles und präzises Rendern der Webseiten sind eine der Stärken von
Mozilla. Durch den von
Microsoft gesprochenen HTML-Dialekt sind Milliarden von HTML Dokumenten nicht mehr standardkonform,
Mozilla aber verspricht an dieser Schändung des Webs anzusetzen und wieder für Ordnung zu sorgen. Und da kann
Microsofts ewige Verzögerungstaktik nichts ändern,
Mozilla wird aufholen, genau wie Linux. Darum sollte man in Redmond die Weiche schnell neu stellen und von alten Fahrplänen abweichen um nicht das neue Hochleistungsgleis in unerreichbare Ferne zu verlegen.
Linux - Momentan erregt eine eigentlich schon als
exzellenter
Linux-Distributor bekannte Firma mit Namen
SCO die Gemüter in der
Linux Community.
Da helfen auch die mahnenden Worte von Linus Torvalds,
Guru für Millionen und Gründer von
Linux, nichts. Um es kurz zusammen zufassen:
SCO bzw.
vormals Caldera vertreibt ganz normal eine
Linux Distribution unter der General Public Licence. Und damit liegt
SCO voll im Trend, fast wöchentlich finden sich neue Distributionen von kleineren Usergruppen
im Netz. Kommerzielle
Anbieter wie
SuSE oder IBM haben gerade eben mit ihren Produkten Microsoft einen 30 Millionen Euro Auftrag vor der Nase weggeschnappt, München befreit sich von
den Ketten und wechselt mit 14.000 Desktop-Computern auf die Seite von Open Source. Da
SCO
aber wie alle Unternehmen auf Gewinne aus ist bzw. auf eine baldige
Übernahme hofft (Anm.: Dies verkündete der
SCO-Boss in einem Interview, er befand eine Übernahme
durch IBM für durchaus möglich) aber mit
Linux selbst nur wenig
verdienen kann, müssen die alten Unix-Lizenzen herhalten. Schnell finden sich ähnlich bzw. angeblich idente Codeteile im Kernel von
Linux und im Code von Unix.
Und weil große Firmen wie IBM eine Menge Geld in
Linux investiert haben und auch dementsprechende Erträge ernten will man nun mitnaschen. Darum klagt man jetzt
auf eine Milliarde Dollar Schadenersatz. Doch Rechtsexperten geben
SCO wenig Chancen vor Gericht.
Dabei wird die hausinterne
Linux Distibution wohl zu einem der
größten Stolpersteine. Dadurch das
SCO sein
Linux genau wie alle anderen auch unter der GNU
General Public Licence veröffentlichen musste, hat es die
entscheidenden Rechte verloren, da ihr
Linux nun auch Open Source ist und daher selbst ein Rechtsverstoß gegen sich selbst begangen wurde. Auch wurden mit der
Veröffentlichung unter der GPL mehr oder weniger die Rechte am Kernel aufgegeben, eine entscheidende Tatsache. Dadurch sind die Lizenzrechte am Unixcode im
Linux-Kernel zur Gänze erloschen.
Beweise für die Anschuldigungen an
Linux will oder kann
SCO derzeit keine vorlegen. "Wir wären
auch bereit, bittere Wahrheiten zu akzeptieren, wenn tatsächlich
SCO-Code im
Linux-Kern stecken würde", sagt Johannes Loxen vom deutschen
Linux-Verband. "Da
SCO aber nur Drohbriefe ohne Beweise verschickt, müssen wir davon
ausgehen, dass es sich um ein rein taktisches Vorgehen handelt." Unix-Urgestein Eric Raymond äußerte sich ebenfalls erzürnt über die Vorwürfe von
SCO an
Linux.
"Wir haben unseren Unix- und
Linux-Code als ein Geschenk und als Ausdruck einer Kunst geschrieben, damit er von Gleichgesinnten und anderen für alle zulässigen
kommerziellen und nicht-kommerziellen Zwecke genutzt werden kann. Wir haben den Code aber nicht für Leute geschrieben, die so verachtenswert sind, zunächst acht
Jahre lang dieses Geschenk kommerziell auszunutzen und sich dann um 180 Grad zu drehen und unsere Kompetenz zu beleidigen."
In Deutschland musste SCO nun seine Drohungen abstellen, eine einstweilige Verfügung verbietet selbiges. Eines ist gewiss: SCO hat einen Schwachpunkt der Open
Source Bewegung gefunden. Es ist mehr oder weniger unmöglich Millionen Zeilen von Source Code so zu überwachen, dass es zu keinen einfachen Copy & Paste kommen
kann. Dazu ist nicht einmal die mächtige
Linux Community im Stande. Und gerade Firmen wie SCO die dringend Kapital benötigen werden dies immer wieder nutzen
um sich ins Rampenlicht zu bringen.
Netzwelt - Die .com-Blase ist
geplatzt, Milliarden Dollar an digitalem Geld wurden an den Börsen verspielt. Keine Frage, die meisten Internetdienstleister schreiben rote Zahlen.
Kein Wunder bei sinkenden Werbeeinnahmen und fehlenden Investoren. Doch eine Branche des großen World Wide Webs erfreut sich noch immer wachsender
Kundenzahlen und steigenden Gewinnen. "Ich denke nur mit Pornos lässt sich ordentliches Geld verdienen. Machen wir eine Pornoseite auf!", hat mir
vor einigen Monaten ein guter Bekannter ins Ohr geflüstert. Verlockend wäre die Sache aus finanzieller Sicht ja schon. Nur müsste man dazu wohl
weiblichen Geschlechts und knapp über 18 Jahre alt sein. Dann kann man sich nämlich schon einmal die Gagen für Darstellerinnen sparen. Obwohl, eine junge
Studentin würde um ihre Studiengebühren bezahlen zu können sicher auch einmal einen Nebenjob machen und uns aus der Patsche helfen. Wenn man sich nun
selbst auf der Pornoseite anbietet, so sollte man sich schon überlegen ob man nicht einen Künstlernamen wählt, ansonsten könnt der private Postkasten bald
überlaufen. Wenn man nun alles vorbereitet hat und eigentlich loslegen kann, muss man sich nur mehr eine gute Story zum Ködern von sowohl 25-Jährigen Studenten
und 60-Jährigen Rentnern einfallen lassen.
Tawnee Stone hat das geschafft. Mit ihren freizügigen Angeboten lockt sie Millionen liebeshungriger auf die Angebote der Firma. Steve Jones, Gründer
und derzeitiger Chef von
Lightspeed Media wurde mit seinen Angeboten Millionär. Zuerst
verbreitete er gegen Bezahlung seine Bilder via Newsgroups. Schnell gründete er aber eine Seite für Liebhaber von nackten Cheerleaders. "Am Anfang war es eher
ein Hobby, ich verdiente mir halt daneben noch etwas Geld." kann man auf der Webseite seiner Firma lesen. 1999 ging dann der Stern von
Lightspeed Media auf. Die Firma startete mit einer geschickt organisierten Verteilung
der Dial-In Programme, die man zum Anzeigen der kostenpflichtigen Seiten benötigt. Durch eine Beteiligung am Umsatz wurden sogenannte Werbepartner
schnell auf ihre Seite gebracht. Und das Geschäft kann nicht schlecht laufen. Als Tawnee Stone aus Texas dann die Bühne von
Lightspeed Media betrat, dürfte der Traffic noch einmal gewaltig angestiegen sein. Die
junge und durchaus hübsche Texanerin verkörper laut Aussage von Jones voll und ganz das Teen-Konzept was die Leute heutzutage sehen wollen. Abgesichert durch
einen Vertrag mit Tawnee lässt sich gutes Geld verdienen, Tawnee selbst dürft wohl auch nicht gerade arm geworden sein. Und so blieb Tawnee nicht die einzige
in der Familie die sich etwas freizügiger auf Internetseiten präsentiert. Schwesterchen Tori ist gleich miteingestiegen. Ähnlich sehen sich die beiden schon,
aber ob sie wirklich Schwestern sind lässt sich schwer sagen, zumal so ein Familiengespann schon gut verkaufen lässt. Steve Jones selbst glaubt nicht, dass
seine Mädchen durch diese Webseiten erniedrigt werden. Vielmehr vergleicht er sich mit Playboy Hefner. "Wir wollen keine extremen Hardcorebilder
auf unseren Seiten. Wir machen es wie Hefner, nehmen nette Mädchen, richten sie etwas her und stellen sie vor
die Kamera. Unsere Models wurden nicht zu Ultra-Schlampen, wie beim Playboy eben." Doch wie hat sich Jones so von allen anderen hervorheben können? Es gibt ja
derzeit Tausende von Pornoanbietern im Netz. Die Antwort von Jones klingt einfach. Dadurch dass er auf extreme Hardcoredarstellungen verzichtet und seine Bilder
gratis auf Seiten und Tauschbörsen verteilt gewinne er seine Kundschaft. Je mehr Bilder von Tawnee frei herumschwirren, desto mehr zahlende Besucher haben wir.
Auf seinen Seiten bekommt man dann nicht nur die 20 Bilder umsonst, für etwas Geld kann man sich tausend Mal Tawnee saugen, natürlich verpackt in Archivdateien
um den Download zu erleichtern. "Und das wollen die Leute, sie geben sich nicht mit ein paar Bildern zufrieden wenn sie mehr für etwas Geld haben können. Und sie
müssen sich unsere Models nicht über 20 Previewseiten herunterladen sondern können das gleich auf einer Seite machen. Und Jones plant bereits seinen nächsten
Streich. Mit einer speziell für Schwule ausgerichteten Seite will er auch den Rest der übrig gebliebenen Männer und auch Frauen ansprechen. "Mein Hobby hat sich
eben sich zum Business entwickelt. Ein Hobby wie Fliegenfischen."