Netscape 7.xBrowserkrieg - Vergangene Woche sorgte AOL mit der Nachricht über das Ende von Netscape für Aufregung in der Mozilla Community. Zurecht, stammen doch die wichtigsten Entwickler des Projektes aus dem Kreise des ehemaligen Browsergiganten. Mit der Gründung einer Mozilla Foundation wollte AOL wieder für Ruhe unter den Entwicklern sorgen. Um nicht als geizig zu gelten wurde der neu gegründeten Mozilla Foundation auch gleich zwei Millionen Dollar als Startkapital mit auf den Weg in die Unabhängigkeit gegeben. Doch können zwei Millionen Dollar das riesige Projekt lange am Leben erhalten? Es müssen die nun fix angestellten Entwickler entlohnt werden, diverse andere finanzielle Lasten werden auf die Kostenblase drücken. Wie lange wird das Geld also reichen, ein Jahr? Und was passiert wenn alles verbraucht sein wird? AOL ist zweifelsohne in einer Umbruchsphase, man muss einen mehrere Milliarden Dollar schweren Schuldenberg abbauen. Darum müssen unrentable Bereiche wie die Browsersparte abgestoßen werden, erst vor wenigen Wochen sorgten die Lizenzierung der Microsoft Browsertechnologie und die 750 Millionen Dollar Schadensersatzforderung für Aufsehen. Schon damals prophezeiten viele das baldige Ende von Netscape, leider bewahrheitete sich diese Befürchtung. Trotz dieser enormen Zahlung des Softwaregiganten hat AOL ein Desaster mit dem Kauf der Firma Netscape erlebt. Schließlich wurden mehr als vier Milliarden Dollar auf den Tisch gelegt, freilich war damals gerade der dot-com Boom auf seinem Gipfel angelangt. Und auch in Zukunft muss AOL wohl Mozilla mit Geld versorgen. Denn wie würde das aussehen wenn man eigens eine Mozilla Foundation ins Leben ruft und sie danach zum Sterben verurteilt. Nutzen wird AOL keinen ziehen können, die Technologie hinter Mozilla kommt nur in zwei kleineren Produkten von AOL zum Einsatz. Deswegen wird man auch noch in Zukunft den Namen Netscape bei AOL finden, dieser hat noch immer einen beachtlichen Wert. Oder kennen sie nicht Netscape?


Linus TorvaldsBrowserkrieg - Es schien schon fast das Ende von alternativen Browsern gekommen zu sein, Netscape drohte in der Versenkung zu verschwinden. Der Internet Explorer, wohl nicht zu Unrecht auch Bill's Baby genannt, eroberte den Markt im Sturm. Und das obwohl Netscape seine Produktpalette nicht anstauben lies und ständig seinen Communicator weiterentwickelte. Doch durch die fixe Integration in Windows 95 drohten die Lichter in der Zentrale vom ehemaligen Marktführer in den kommenden Jahren endgültig auszugehen. Die Gerichte in Amerika mussten sich in den letzten Jahren mit zahlreichen Klagen von beiden Seiten, Microsoft und AOL, der neue Eigentümer von Netscape, herumschlagen. Diese haben nun ein Ende, Microsoft zahlt an AOL 750 Millionen Dollar, die der angeschlagene Medienkonzern dringend benötigt um seine 26 Milliarden Dollar Schulden zu tilgen. Darum kommen nun neue Ängste um das Ende von Netscape auf. Durch diese außergerichtliche Einigung erwirbt AOL auch die Nutzungsrechte der Microsoft Technologie. Nun könnte AOL zwei Fliegen mit einer Klatsche erschlagen: Zum einen den Netscape Browser, welcher kaum mehr Anwender verbucht und zum zweiten könnt der Schuldenberg gleich gewaltig verkleinert werden. Durch das ehrgeizige Mozilla.org Projekt, welches zum Ziel einen möglichst anwenderfreundlichen Browser hat, wurde der Name Netscape in den Hintergrund gedrängt. Die hohe Qualität von Mozilla haben die Strategen von AOL dazu veranlasst, die Entwicklung an einem eigenständigen Netscape Browser einzustellen und sich voll und ganz nur mehr auf das Mozilla Projekt zu konzentrieren. Neue AOL Produkte wie das Mailprogramm AOL Communicator basieren wie der Netscape Browser auf der Mozilla Technik.

Aber auch in Redmond gibt es Neues zu verkünden: Die Weiterentwicklung des Internet Explorers als vom Betriebssystem getrenntes Programm wird eingestellt, ab der nächsten Version wird er wieder voll und ganz in Windows verankert werden. Da helfen auch diverse Gerichtsgutachten nichts mehr, durch die quasi Aufgabe von AOL und einer geradezu mickrigen Schadensersatzzahlung von 750 Millionen Dollar erwacht beim weltweit größten Softwarehersteller wieder die alte Philosophie voll von verstrickten Betriebssystemen. Doch Microsoft läuft Gefahr in ein ähnliches Loch wie damals Netscape zu fallen. Der Internet Explorer wurde in der letzten Zeit nicht weiterentwickelt, schon zur Veröffentlichung der letzten Version suchte man vergeblich nach grundlegenden Änderungen. Und gerade das nutzt Mozilla um immer mehr Bekanntheit und Marktanteile zu gewinnen. Die Community rund um das Projekt ist ständig am Austüfteln von neuen Features, die letzte Version von Mozilla welche als komplette Browsersuite vertrieben werden wird ist dem Internet Explorer bei weitem überlegen. Schnelles und präzises Rendern der Webseiten sind eine der Stärken von Mozilla. Durch den von Microsoft gesprochenen HTML-Dialekt sind Milliarden von HTML Dokumenten nicht mehr standardkonform, Mozilla aber verspricht an dieser Schändung des Webs anzusetzen und wieder für Ordnung zu sorgen. Und da kann Microsofts ewige Verzögerungstaktik nichts ändern, Mozilla wird aufholen, genau wie Linux. Darum sollte man in Redmond die Weiche schnell neu stellen und von alten Fahrplänen abweichen um nicht das neue Hochleistungsgleis in unerreichbare Ferne zu verlegen.


Linus TorvaldsLinux - Momentan erregt eine eigentlich schon als exzellenter Linux-Distributor bekannte Firma mit Namen SCO die Gemüter in der Linux Community. Da helfen auch die mahnenden Worte von Linus Torvalds, Guru für Millionen und Gründer von Linux, nichts. Um es kurz zusammen zufassen: SCO bzw. vormals Caldera vertreibt ganz normal eine Linux Distribution unter der General Public Licence. Und damit liegt SCO voll im Trend, fast wöchentlich finden sich neue Distributionen von kleineren Usergruppen im Netz. Kommerzielle Anbieter wie SuSE oder IBM haben gerade eben mit ihren Produkten Microsoft einen 30 Millionen Euro Auftrag vor der Nase weggeschnappt, München befreit sich von den Ketten und wechselt mit 14.000 Desktop-Computern auf die Seite von Open Source. Da SCO aber wie alle Unternehmen auf Gewinne aus ist bzw. auf eine baldige Übernahme hofft (Anm.: Dies verkündete der SCO-Boss in einem Interview, er befand eine Übernahme durch IBM für durchaus möglich) aber mit Linux selbst nur wenig verdienen kann, müssen die alten Unix-Lizenzen herhalten. Schnell finden sich ähnlich bzw. angeblich idente Codeteile im Kernel von Linux und im Code von Unix. Und weil große Firmen wie IBM eine Menge Geld in Linux investiert haben und auch dementsprechende Erträge ernten will man nun mitnaschen. Darum klagt man jetzt auf eine Milliarde Dollar Schadenersatz. Doch Rechtsexperten geben SCO wenig Chancen vor Gericht. Dabei wird die hausinterne Linux Distibution wohl zu einem der größten Stolpersteine. Dadurch das SCO sein Linux genau wie alle anderen auch unter der GNU General Public Licence veröffentlichen musste, hat es die entscheidenden Rechte verloren, da ihr Linux nun auch Open Source ist und daher selbst ein Rechtsverstoß gegen sich selbst begangen wurde. Auch wurden mit der Veröffentlichung unter der GPL mehr oder weniger die Rechte am Kernel aufgegeben, eine entscheidende Tatsache. Dadurch sind die Lizenzrechte am Unixcode im Linux-Kernel zur Gänze erloschen.

Beweise für die Anschuldigungen an Linux will oder kann SCO derzeit keine vorlegen. "Wir wären auch bereit, bittere Wahrheiten zu akzeptieren, wenn tatsächlich SCO-Code im Linux-Kern stecken würde", sagt Johannes Loxen vom deutschen Linux-Verband. "Da SCO aber nur Drohbriefe ohne Beweise verschickt, müssen wir davon ausgehen, dass es sich um ein rein taktisches Vorgehen handelt." Unix-Urgestein Eric Raymond äußerte sich ebenfalls erzürnt über die Vorwürfe von SCO an Linux. "Wir haben unseren Unix- und Linux-Code als ein Geschenk und als Ausdruck einer Kunst geschrieben, damit er von Gleichgesinnten und anderen für alle zulässigen kommerziellen und nicht-kommerziellen Zwecke genutzt werden kann. Wir haben den Code aber nicht für Leute geschrieben, die so verachtenswert sind, zunächst acht Jahre lang dieses Geschenk kommerziell auszunutzen und sich dann um 180 Grad zu drehen und unsere Kompetenz zu beleidigen."

In Deutschland musste SCO nun seine Drohungen abstellen, eine einstweilige Verfügung verbietet selbiges. Eines ist gewiss: SCO hat einen Schwachpunkt der Open Source Bewegung gefunden. Es ist mehr oder weniger unmöglich Millionen Zeilen von Source Code so zu überwachen, dass es zu keinen einfachen Copy & Paste kommen kann. Dazu ist nicht einmal die mächtige Linux Community im Stande. Und gerade Firmen wie SCO die dringend Kapital benötigen werden dies immer wieder nutzen um sich ins Rampenlicht zu bringen.


Tawnee StoneNetzwelt - Die .com-Blase ist geplatzt, Milliarden Dollar an digitalem Geld wurden an den Börsen verspielt. Keine Frage, die meisten Internetdienstleister schreiben rote Zahlen. Kein Wunder bei sinkenden Werbeeinnahmen und fehlenden Investoren. Doch eine Branche des großen World Wide Webs erfreut sich noch immer wachsender Kundenzahlen und steigenden Gewinnen. "Ich denke nur mit Pornos lässt sich ordentliches Geld verdienen. Machen wir eine Pornoseite auf!", hat mir vor einigen Monaten ein guter Bekannter ins Ohr geflüstert. Verlockend wäre die Sache aus finanzieller Sicht ja schon. Nur müsste man dazu wohl weiblichen Geschlechts und knapp über 18 Jahre alt sein. Dann kann man sich nämlich schon einmal die Gagen für Darstellerinnen sparen. Obwohl, eine junge Studentin würde um ihre Studiengebühren bezahlen zu können sicher auch einmal einen Nebenjob machen und uns aus der Patsche helfen. Wenn man sich nun selbst auf der Pornoseite anbietet, so sollte man sich schon überlegen ob man nicht einen Künstlernamen wählt, ansonsten könnt der private Postkasten bald überlaufen. Wenn man nun alles vorbereitet hat und eigentlich loslegen kann, muss man sich nur mehr eine gute Story zum Ködern von sowohl 25-Jährigen Studenten und 60-Jährigen Rentnern einfallen lassen.

Tawnee Stone hat das geschafft. Mit ihren freizügigen Angeboten lockt sie Millionen liebeshungriger auf die Angebote der Firma. Steve Jones, Gründer und derzeitiger Chef von Lightspeed Media wurde mit seinen Angeboten Millionär. Zuerst verbreitete er gegen Bezahlung seine Bilder via Newsgroups. Schnell gründete er aber eine Seite für Liebhaber von nackten Cheerleaders. "Am Anfang war es eher ein Hobby, ich verdiente mir halt daneben noch etwas Geld." kann man auf der Webseite seiner Firma lesen. 1999 ging dann der Stern von Lightspeed Media auf. Die Firma startete mit einer geschickt organisierten Verteilung der Dial-In Programme, die man zum Anzeigen der kostenpflichtigen Seiten benötigt. Durch eine Beteiligung am Umsatz wurden sogenannte Werbepartner schnell auf ihre Seite gebracht. Und das Geschäft kann nicht schlecht laufen. Als Tawnee Stone aus Texas dann die Bühne von Lightspeed Media betrat, dürfte der Traffic noch einmal gewaltig angestiegen sein. Die junge und durchaus hübsche Texanerin verkörper laut Aussage von Jones voll und ganz das Teen-Konzept was die Leute heutzutage sehen wollen. Abgesichert durch einen Vertrag mit Tawnee lässt sich gutes Geld verdienen, Tawnee selbst dürft wohl auch nicht gerade arm geworden sein. Und so blieb Tawnee nicht die einzige in der Familie die sich etwas freizügiger auf Internetseiten präsentiert. Schwesterchen Tori ist gleich miteingestiegen. Ähnlich sehen sich die beiden schon, aber ob sie wirklich Schwestern sind lässt sich schwer sagen, zumal so ein Familiengespann schon gut verkaufen lässt. Steve Jones selbst glaubt nicht, dass seine Mädchen durch diese Webseiten erniedrigt werden. Vielmehr vergleicht er sich mit Playboy Hefner. "Wir wollen keine extremen Hardcorebilder auf unseren Seiten. Wir machen es wie Hefner, nehmen nette Mädchen, richten sie etwas her und stellen sie vor die Kamera. Unsere Models wurden nicht zu Ultra-Schlampen, wie beim Playboy eben." Doch wie hat sich Jones so von allen anderen hervorheben können? Es gibt ja derzeit Tausende von Pornoanbietern im Netz. Die Antwort von Jones klingt einfach. Dadurch dass er auf extreme Hardcoredarstellungen verzichtet und seine Bilder gratis auf Seiten und Tauschbörsen verteilt gewinne er seine Kundschaft. Je mehr Bilder von Tawnee frei herumschwirren, desto mehr zahlende Besucher haben wir. Auf seinen Seiten bekommt man dann nicht nur die 20 Bilder umsonst, für etwas Geld kann man sich tausend Mal Tawnee saugen, natürlich verpackt in Archivdateien um den Download zu erleichtern. "Und das wollen die Leute, sie geben sich nicht mit ein paar Bildern zufrieden wenn sie mehr für etwas Geld haben können. Und sie müssen sich unsere Models nicht über 20 Previewseiten herunterladen sondern können das gleich auf einer Seite machen. Und Jones plant bereits seinen nächsten Streich. Mit einer speziell für Schwule ausgerichteten Seite will er auch den Rest der übrig gebliebenen Männer und auch Frauen ansprechen. "Mein Hobby hat sich eben sich zum Business entwickelt. Ein Hobby wie Fliegenfischen."